„Erdig und ein bisschen nach Essig“ – Händler probieren 45 Jahre altes Bier bei „Bares für Rares“

Köln – „Es schmeckt nach Erde, und ein bisschen nach Essig – aber schlecht ist es nicht“, urteilt Walter „Waldi“ Lehnertz. Der „Bares für Rares“-Veteran aus der Eifel hat sich natürlich den ersten Schluck des Bieres gegönnt, das vor ziemlich genau 45 Jahren gebraut worden ist – nämlich anlässlich der Hochzeit des damaligen Prince Charles mit Lady Diana am 29. Juli 1981.

Erdig und ein bisschen nach Essig schmecke das 45 Jahre alte Bier, urteilt Waldi Lehnertz. Daniel Meyer kann es kaum erwarten, selbst zu probieren.
Erdig und ein bisschen nach Essig schmecke das 45 Jahre alte Bier, urteilt Waldi Lehnertz. Daniel Meyer kann es kaum erwarten, selbst zu probieren. © ZDF (Screenshot: Fuldaer Zeitung)

Die Hochzeit der beiden Royals war damals ein gigantisches Medienereignis. Rund 750 Millionen Menschen verfolgten die Trauung in der St. Paul‘s Cathedral in London vor den TV-Bildschirmen, als Charles – damals britischer Thronfolger – Diana Spencer heiratete. Die beiden galten als absolutes Traumpaar.

Premiere bei „Bares für Rares“: Händler probieren 45 Jahre altes Bier

Dass die Ehe nach einer Vielzahl von Skandalen 1996 geschieden werden würde, ahnte damals wohl niemand. Diana kam am 31. August 1997 bei einem tragischen Autounfall in Paris ums Leben; Charles heiratete 2005 in zweiter Ehe seine Jugendliebe Camilla, seit dem Tod seiner Mutter Elizabeth II. am 8. September 2022 sitzt er als König Charles III. auf dem britischen Thron.

Im Juli 1981 aber waren Millionen Royal-Fans selig über die Märchenhochzeit in London, Hersteller von Erinnerungsstücken verdienten sich eine goldene Nase. „Jeder Keramikhersteller hat noch einen Sammelteller mehr herausgebracht; es gab, glaube ich, Auflagen von zehn Millionen, die Diana in ihrem Kleid zeigten“, fasst es Händler Daniel Meyer in der „Bares für Rares“-Folge vom 3. August zusammen.

Dort bringt nämlich ein Paar aus Rheinland-Pfalz – er Deutscher, sie Engländerin – ein Hochzeits-Memento mit ins Studio im Pulheimer Walzwerk, das in vielleicht ähnlich großer Stückzahl produziert wurde, allerdings wesentlich vergänglicher gewesen sein dürfte. Jürgen und Christine Bendzko wollen vier Flaschen eines Bieres verkaufen, das anlässlich der „Royal Wedding“ im Juli 1981 gebraut worden ist.

Bier von der Hochzeit von Charles und Diana bringt 90 Euro

Alle vier sind ungeöffnet, und selbst die Alufolie um den Flaschenhals ist nach 45 Jahren noch weitgehend unbeschädigt. Experte Detlev Kümmel attestiert den Flaschen einen exzellenten Zustand – zumindest äußerlich, zum Inhalt möchte er sich nicht äußern. „Das Bier kann man sicher noch trinken. Aber das wird ja keiner machen, denn das stellt man sich ja in die Vitrine“, stellte Moderator Horst Lichter fest. Da hat er aber die Rechnung ohne seine Händler gemacht.

Die freuen sich über eine solche Kuriosität in ihrem Studio, auch wenn Daniel Meyer lieber Wein statt Bier gesehen hätte. „Jetzt ist es eben Bier, nehmen wir halt das.“ Mit 40 Euro gibt Waldi Lehnertz das erste Gebot ab, den Zuschlag erhält allerdings Benjamin Leo Leo bei 90 Euro – erst kürzlich hatte der Berliner bei „Bares für Rares“ einen Totenkopf-Krug erworben, ebenfalls für Bier.

Auch Daniel Meyer probiert das royale Bier – Benjamin Leo Leo und Jan Čížek sind eher skeptisch.
Auch Daniel Meyer probiert das royale Bier – Benjamin Leo Leo und Jan Čížek sind eher skeptisch. © ZDF (Screenshot: Fuldaer Zeitung)

Daniel Meyer hat einen Vorschlag: „90 Euro lassen sich gut durch drei teilen. Deshalb sage ich: Eine Flasche für uns, und drei behältst du.“ Damit ist der Berliner einverstanden. Gesagt, getan. Kaum haben die 90 Euro den Besitzer gewechselt, stürzen sich die Händler auf die besonderen Flaschen. Dass ein Flaschenöffner fehlt, ist gar kein Problem. Waldi öffnet das Royal-Beer geschickt mit Hilfe des Rings an seinem Finger (der Ehering, mutmaßt Leo Leo).

Und dann genehmigt sich der Eifel-Händler den ersten Schluck – erdig und ein bisschen Essig. Daniel Meyer schnuppert lieber erst mal. Es rieche nach umgekipptem Wein. Dennoch nimmt er einen Schluck, während der Rest der Runde skeptisch zuschaut. Sein Fazit bekommt der TV-Zuschauer leider nicht mehr mit, denn der Schnitt geht auf Christine und Jürgen Bendzko, die sich über ihre 90 Euro freuen.

Derweil hat eine kaiserliche Jagdtrophäe zwischen zwei „Bares für Rares“-Händlern einen hitzigen Bieter-Wettstreit ausgelöst – der mit entnervten Kommentaren auf beiden Seiten endete.

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