Hamburger „Bares für Rares“-Star: Nach 30 Jahren geht sein großer Traum in Erfüllung
Der Hamburger Kunsthändler pendelt inzwischen zwischen „Bares für Rares“ und „Affaire conclue“. Im Gespräch mit der MOPO erzählt er, wie er seinen Start in Frankreich erlebt hat.
Am 9. September war Anaisio Guedes erstmals im französischen Fernsehen zu sehen – bei „Affaire conclue“, dem französischen Ableger von „Bares für Rares“ auf France 2. Jetzt erzählt der Hamburger Kunsthändler der MOPO, wann ihm überhaupt bewusst wurde, dass sich damit ein mehr als 30 Jahre alter Traum erfüllt hatte. Schon in der kommenden Woche reist er wieder zu Dreharbeiten nach Paris.

Paris hat für Guedes seit Langem eine besondere Bedeutung. Mehr als 50 Mal sei er bereits in der französischen Hauptstadt gewesen.
Seine Tochter feierte dort ihren ersten Geburtstag, auch seine Hochzeitsreise führte ihn nach Paris. „Paris ist für mich einfach meine Lieblingsstadt“, sagte der Kunsthändler der MOPO.
„Bares für Rares“-Star aus Hamburg: Anaisio Guedes erzählt vom Dreh in Paris
Erstaunlich gelassen erlebte Guedes seinen ersten Drehtag in Paris. Während der Aufzeichnung sei er zunächst überhaupt nicht nervös gewesen.
Erst am folgenden Tag habe er richtig realisiert, was da eigentlich passiert war – und dass sich damit ein Wunsch erfüllt hatte, den er seit mehr als 30 Jahren mit sich herumgetragen hatte.
Seine neuen Kollegen hätten ihm den Einstieg leicht gemacht. Vor und hinter der Kamera sei er herzlich aufgenommen worden. „Ich hab’ mich von der ersten Sekunde an sehr, sehr wohlgefühlt“, sagt Guedes. Einen besseren Start hätte er kaum haben können: „Tolles Team und einfach traumhaft.“
Wenn in Paris gedreht wird, wohnt Guedes gemeinsam mit anderen Händlern in einem Hotel in der Nähe von Sacré-Cœur auf dem Montmartre.
Welches Hotel genau, möchte er allerdings nicht verraten. „Ich darf das nicht sagen, sonst kommen Leute und wollen die Händler besuchen“, sagt Guedes und lacht. Zum Drehort sei es von dort jedenfalls nicht weit.
Anaisio Guedes: „Nie hat jemand mich entdeckt“
Dass Guedes heute in zwei Ländern im Fernsehen zu sehen ist, ist vor allem seiner eigenen Hartnäckigkeit zu verdanken. Sowohl bei „Bares für Rares“ als auch bei „Affaire conclue“ habe er sich aus eigener Initiative beworben.
„Nie hat jemand mich entdeckt“, sagt Guedes. Was er in seinem Leben erreicht habe, sei ihm nicht einfach gegeben worden.
Guedes wuchs in Brasilien unter einfachen Verhältnissen auf und ließ sich später in Hamburg nieder. Dort holte er das Abitur nach, machte eine kaufmännische Ausbildung, studierte Betriebswirtschaft und wurde schließlich Galerist. Heute betreibt er seine Kunstgalerie am Hamburger Flughafen.
In Frankreich läuft alles schneller
Zwischen der deutschen und der französischen Sendung sieht Guedes viele Gemeinsamkeiten. In Frankreich gebe es ebenfalls rund 20 Händler. Der auffälligste Unterschied sei für ihn zunächst die Sprache.
Französisch spricht Guedes allerdings schon seit seiner Jugend. Mit 19 Jahren kam er nach Europa und lebte zunächst in Belgien, wo er die Sprache lernte. Dort arbeitete er in einer Jugendherberge als Barkeeper und lernte eine junge Frau aus Hamburg kennen. 1997 folgte er ihr in die Hansestadt.
Das Grundprinzip beider Sendungen sei sehr ähnlich. Einen Unterschied habe er allerdings schnell bemerkt: das Tempo. Bei „Bares für Rares“ würden nach seinen Angaben an einem Drehtag zwölf Verkäufe behandelt, bei „Affaire conclue“ seien es 25. Für Guedes bedeutet das mehr Objekte, mehr Entscheidungen und vor allem mehr Gespräche auf Französisch.
Was passiert mit seiner Galerie, wenn er unterwegs ist?
Die Auftritte bei „Bares für Rares“, jetzt auch noch „Affaire conclue“ – da stellt sich die Frage, wie Guedes das alles mit seiner Galerie am Hamburger Flughafen vereinbart.
Für ihn ist das offenbar weniger kompliziert, als man vermuten könnte. Schon während der Corona-Zeit sei die Galerie zeitweise geschlossen gewesen, ohne dass die Geschäfte deshalb zum Erliegen gekommen seien. Viele Kunden würden Kunstwerke ohnehin zunächst im Schaufenster entdecken und anschließend bestellen.
„Viele meiner Kunden habe ich persönlich noch nie gesehen“, sagt Guedes. Deshalb sei es für sein Geschäft kein großes Problem, wenn er wegen „Bares für Rares“ oder „Affaire conclue“ nicht selbst vor Ort sei.
Und danach vielleicht noch ein drittes Land
Bei Deutschland und Frankreich soll es nach Guedes’ Vorstellungen womöglich nicht bleiben.
Schon nach seiner Frankreich-Premiere hatte er der MOPO erzählt, dass er gern auch in einem dritten Land am Händlertisch sitzen würde. Besonders reizen würden ihn Großbritannien, wo die britische Version unter dem Titel „The Bidding Room“ läuft, oder Portugal, wo derzeit eine eigene Version des Formats vorbereitet wird.
„Ich werde mir Mühe geben, dass ich noch ein drittes Land machen darf!“, sagte Guedes. Kaum ist aus seinem jahrzehntelangen Paris-Traum ein regelmäßiger TV-Job geworden, denkt Anaisio Guedes also schon über den nächsten Schritt nach.









