„Bares für Rares“-Händler aus Münster kann Mund nicht halten: Und verliert alles

„Das sieht aber cool aus“, staunte Horst Lichter zu Beginn der freitäglichen „Bares für Rares“-Sendung (28. August 2026). Was so cool aussah? Sein Experten-Kollege Sven Deutschmanek.

Der hatte sich nämlich eine Brille auf die Nase gesetzt, die man so wahrlich nur selten sieht. Konnte sich die verrückte Erfindung aus den Niederlanden doch nie so recht durchsetzen.

Eben jene verrückte Erfindung hatte der pensionierte Schulleiter Josef Pauls aus Kevelaer mit zu „Bares für Rares“ gebracht. Er hatte sie einst bei einem Bekannten gefunden, den er bei Aufräumarbeiten unterstützt hatte.

In einem riesigen Bücheregal lag sie versteckt. Und sofort war dem einstigen Lehrer klar: Das muss etwas besonderes sein. Er recherchierte im Netz, rief gar Brillen-Museen an, doch selbst die konnten sich keinen Reim auf das verrückte Objekt machen.

  • Die ersten Vorläufer der Sonnenbrille gab es bereits vor Jahrhunderten: Inuit schützten ihre Augen mit schmal geschlitzten Brillen aus Knochen oder Holz vor grellem Sonnenlicht.
  • Im 18. Jahrhundert experimentierte der englische Optiker James Ayscough mit getönten Brillengläsern, allerdings zunächst nicht speziell als Sonnenschutz.
  • Zur modernen Sonnenbrille als Mode- und Schutzprodukt entwickelte sie sich vor allem im frühen 20. Jahrhundert, als getönte Gläser industriell hergestellt und unter anderem von Filmstars populär gemacht wurden.

Niederländische Sonnenbrille bei „Bares für Rares“ – sie konnte sich nie durchsetzen

Aber was war denn nun so speziell? Naja, das Gestell sah erst einmal aus, wie das einer normalen Brille. Statt Gläsern jedoch, waren schwarze Aluminium-Lamellen eingebaut, die je nach Bewegungsrichtung des Kopfes den Lichteinfall anders zuließen. Hergestellt wurde sie von der niederländischen Firma „Savelight“, erklärte „Bares für Rares“-Experte Sven Deutschmanek anschließend. Diese hatte einst in Den Haag das Patent für eine sogenannte „Lamellenbrille“ angemeldet. Eine Idee, die sich jedoch nicht durchsetzen konnte.

 

„Man hat versucht mit diesen Lamellenbrillen ein neues System zu entwickeln, vergleichbar mit einer Jalousie“, erklärt Deutschmanek. Sprich: Man wollte das Prinzip einer Jalousie als Sonnenbrille anwenden. Problem jedoch: Man konnte nicht normal nach vorne schauen, sondern musste immer wieder seinen Kopf bewegen. Ein weiterer Nachteil: Die Lamellen boten keinerlei UV-Schutz.

Nutzlos aber kurios

Doch trotz aller Nutzlosigkeit: Ein Kuriosum war die Brille allemal. Und so waren die 100 Euro, die sich Josef Pauls wünschte, gar nicht so unrealistisch. 50 bis 80 Euro seien drin, so Sven Deutschmanek. Sahen das auch die Händler so? Die jedenfalls waren erst einmal genauso ratlos ob der kuriosen Brille wie Lichter und sein Kandidat. Es brauchte also eine Erklärung. Und die schien zu fruchten. Schnell stiegen die Gebote in die Höhe. Den Durchbruch erzielte dann ausgerechnet Christian Vechtel. „Jetzt stellen Sie sich mal vor, diese Brille würden Sie in einem Science-Fiction-Film sehen. Da würden Sie nicht auf die Idee kommen, dass sich das Ding in den 50er/60er-Jahren nicht durchgesetzt hat.“

Irgendwie verrückt sah die Brille ja schon aus.
Irgendwie verrückt sah die Brille ja schon aus. Foto: Screenshot ZDF

Eine gute Idee, deren Aussprache auch gleichzeitig eine dumme Idee war. Denn es schien als hätte Christian Vechtel mit seiner Science-Fiction-Erzählung seinen Kollegen Markus Wildhagen angestachelt. 150 Euro zahlte der schlussendlich.

„Das ärgert mich jetzt, weil ich habe ihn hundertprozentig, also ihn, Herrn Markus, auf die Idee gebracht. Weil ich gesagt habe: Stellen Sie sich mal vor, ein Science-Fiction-Film und so weiter…

Deswegen springt er auf 150 Euro“, schimpft der Münsteraner Händler. Nun gut, jetzt war es zu spät. Und so ging die verrückte Brille nach Düsseldorf

Manchmal geht alles ganz schnell. Ein „Bares für Rares“-Kandidat aus NRW hatte es scheinbar eilig. Und war in Windeseile wieder raus aus dem Händlerraum.

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