Doppelt abkassieren? So trickst ein Bürgergeld-Empfänger das System aus!
Im TV gesteht ein Duisburger, wie er sowohl Bürgergeld als auch einen Vollzeitlohn bezogen hat. Es handelt sich dabei um Sozialbetrug und kann schwere Folgen haben.
Duisburg – Was früher noch Hartz IV hieß, wurde mittlerweile zum Bürgergeld. Eine Einzelperson erhält laut Regelsatz monatlich 563 Euro. Selbst wenn man sich keine Sorgen um die Miete machen muss, da diese teilweise gedeckt wird, ist das nicht gerade viel.

Das dachte sich auch Chris aus Duisburg, einer der Hauptakteure der Sendung „Armes Deutschland: Stempeln oder abrackern“ auf RTL ZWEI.
Doppeltes Einkommen trotz Vollzeitarbeit? Duisburger bezieht weiter Bürgergeld
Chris, ein Duisburger, glaubte, einen Weg gefunden zu haben, um mehr Geld in der Tasche zu haben, wie Der Westen berichtet. In der Folge am Dienstag (23. April) erzählt er, wie er das gemacht hat. Während Chris längere Zeit arbeitslos war, erhielt er Sozialhilfe.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme der Sendung handelte es sich noch um Hartz IV. Danach nahm er jedoch kurzzeitig eine Vollzeitstelle an. Somit verfällt sein Anspruch auf Sozialhilfe.
Bürgergeldempfänger meldet Anstellung nicht rechtzeitig – „Ich habe doppelt kassiert“
Eigentlich ist man verpflichtet, das Jobcenter sofort über eine neue Anstellung zu informieren. Aber der Duisburger tat dies nicht und bezog neben seinem Gehalt weiterhin Hartz IV.
„Ich habe ja auch eh so Glück gehabt, dass die Leistungen jetzt durch sind, weil ich ja Vollzeit gearbeitet habe, habe ich den Lohn bekommen, und noch Hartz4 und Miete und Stromkosten haben, die ja alles übernommen“, gesteht Chris offen vor laufender Kamera,
„Ich hatte damals den Arbeitsvertrag nicht eingereicht direkt, habe ich erst nachgereicht und joa … ja klar, ich habe doppelt kassiert.“
Insgesamt erhielt Chris zwischen 1400 und 1500 Euro aus seinem Arbeitslohn und 1200 Euro Sozialhilfe – also bis zu 2700 Euro.
Obwohl dieser Betrag im Vergleich zum deutschen Durchschnittslohn für Vollzeitkräfte, der laut dem Statistischen Bundesamt 2023 bei 4323 Euro lag, nicht mithalten kann, hatte er deutlich mehr auf dem Konto als eigentlich vorgesehen.
Duisburger gesteht Sozialbetrug im Fernsehen – droht Rückforderung oder Strafe?
Bei einer neuen Anstellung nach dem Bezug von Sozialhilfe kann tatsächlich eine Finanzierungslücke entstehen. Dies war insbesondere beim alten Hartz IV-System ein Problem, so die Berliner Morgenpost. Die Sozialleistung wird zu Monatsbeginn ausgezahlt.
Allerdings nur in Monaten, in denen die Betroffenen hilfsbedürftig sind. Ist absehbar, dass sie am Ende des Monats genug Gehalt bekommen, steht ihnen kein Hartz IV mehr zu.
Das Bürgergeld hingegen richtet sich nach dem Zuflussprinzip. Hier wird man unterstützt, bis zum Zeitpunkt, zu dem man tatsächlich die Bezahlung erhalten hat, so buergergeld.org.
So offen Chris auch im Fernsehen über sein Vorgehen spricht, es ist nicht legal. Arbeitnehmer sind verpflichtet, das Jobcenter sofort über eine neue Anstellung zu informieren.
Da dies nicht geschehen ist, könnte es zu einer Rückforderung der Sozialleistungen kommen. Wenn ein neuer Job absichtlich verschwiegen wird, handelt es sich um Sozialbetrug, der mit einem Bußgeld oder sogar einer Freiheitsstrafe geahndet werden kann, so die Bundesagentur für Arbeit.








